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Frühmittelalterliche Kirche Westheim

Fruehchristliche Kapelle bei Westheim

Bei dem Bau handelt es sich um die Rekonstruktion einer frühmittelalterlichen Kapelle: An dieser Stelle wurden bei archäologischen Grabungen ein frühmittelalterliches Gräberfeld mit 284 Bestattungen und die Reste einer Holzpfostenkirche entdeckt.

An der Grenze zwischen Mittelfranken und Schwaben, der Grenze zwischen alemannischer und fränkischer Mundart, liegt der fränkische Ort Westheim. Geografisch ist es die nördlichste Ecke von Schwaben, zwischen den Ausläufern der Fränkischen Alb, dem Hahnenkamm und der Wörnitz, im Volksmund auch als "das Tal" bezeichnet. Westheim ist Nahtstelle zwischen dem Riesgau und dem Sualafeldgau, dessen einstiges Territorium sich in großen Bereichen mit dem heutigen Gebiet des Bistums von Eichstätt deckt.

Das Kirchlein, das um ca. 600 errichtet worden sein dürfte, hat die Ausmaße 6,6 x 4,2 Meter. Es ist, neben der Steinkirche von Solnhofen, eine der bislang ältesten nachgewiesenen Kirchenbauten in der Region und ist damit auch Zeugnis für ein frühes Christentum in diesem schwäbisch-fränkischen Grenzgebiet. Man vermutet, dass bereits während der Römischen Kaiserzeit, als das Land nördlich der Donau zur Provinz Raetia gehörte, durch Sklaven aus dem Osten, durch Händler oder durch römische Soldaten die Kunde von dem neuen Glauben auch in dieses Gebiet gelangte.

Sicherheit und Wohlstand brachten dieser Gegend die ständige Anwesenheit der Römer an der Reichsgrenze, am sogenannten Limes. Es entstanden landwirtschaftliche Anwesen (villae rusticae), die der Versorgung der römischen Truppen mit Nahrungsmitteln diente. Das gut ausgebaute Straßennetz, es führten wichtige Fernstraßen durch das Tal, war eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung.

Ab dem 2. Jahrhundert Bedrohungen der römischen Reichsgrenzen durch die Markomannen, im 3. Jahrhundert durch die Alemannen und Juthungen. Ab 260 wurde das Gebiet nördlich der Donau von den Römern militärisch aufgegeben. In der nachfolgenden Epoche der Völkerwanderung keine Neuansiedlung, erst im 4. Jahrhundert Besiedlung durch die Germanen. Um 470/480 versuchten die Germanen, ihr Territorium nach Westen hin auszudehnen, gerieten in Konflikt mit den Franken, deren Siedlungsgebiet bis in die Gegend von Mainz reichte. 496 wurden die Alemannen vom Frankenkönig Chlodwig vernichtend geschlagen und gerieten unter die Herrschaft der Merowinger. Durch diesen Machtwechsel erfuhr die Siedlungstätigkeit in diesem Gebiet einen deutlichen Aufschwung. Zahlreiche Ortschaften mit den Endungen -ingen und -heim wurden gegründet. Straffe Organisation und Verwaltung von zentral gelegenen Königshöfen aus.

Im Reihengräberfeld: Funde von fränkischen Elementen aus dem Jahr 500, ungewöhnlich hohe Anzahl von waffenführenden Gräbern, die Hinweis geben, dass an diesem strategisch wichtigen Ort, dem Eingang zum Ries, zahlreiche Wehrbauern angesiedelt waren. Mit Errichtung eines Königshofes in Westheim verlor die zum Gräberfeld gehörende Siedlung ihre Bedeutung und wurde aufgegeben. An die Stelle der alten Siedlung trat der Vorläufer des heutigen Westheims im Umfeld der Kirche St. Pankratius.

Lage

Am nördlichen Ortseingang, unmittelbar neben der B466 auf der rechten Seite gelegen


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Objekt-Adresse

Frühchristliche Kapelle
Hauptstraße
91747 Westheim
Tel.: 09833 9813-30

Info-Adresse

VG Hahnenkamm
Ringstr. 12
91719 Heidenheim
Tel.: 09833 9813-43
Fax: 09833 9813-50
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